Grundlagen einer Nachhaltigen Ökonomie
Die Grundlagen der Nachhaltigen Ökonomie wurden in den Veröffentlichungen von Holger Rogall erläutert:
Hier...
| Grundlagen einer nachhaltigen Wirtschaftslehre |
Nachhaltige Ökonomie - Ökonomische Theorie und Praxis einer
Nachhaltigen Entwicklung |
Metropolis Verlag, Weimar bei Marburg 2011
832 Seiten, 34,80€
ISBN 978-3-89518-860-2
Buchinformation
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Metropolis Verlag, Marburg 2009
Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft
Band 15, 562 Seiten
ISBN 978-3-89518-765-0 (September 2009)
Buchinformation (pdf)
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| Volkswirtschaftslehre für Sozialwissenschaftler |
Ökonomie der Nachhaltigkeit |
Eine Einführung in die Bedeutung von Arbeit, Kapital,
natürliche Ressourcen und Globalisierung für eine moderne
Wirtschaft.
Wiesbaden, 2006;
VS Verlag für Sozialwissenschaften
kartoniert, 26,90€ |
Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft
Wiesbaden 2004,
VS Verlag für Sozialwissenschaften,
216 Seiten, 24,90€ |
Buchinformation
Buchbesprechung von Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger |
Buchinformation |
| Akteure einer nachhaltigen Entwicklung |
Neue Umweltökonomie - Ökologische Ökonomie |
Überwindung des Politik- und Akteursversagens.
München 2003,
ökom verlag,
343 Seiten, kartoniert, 23€ |
Ökonomische und ethische Grundlagen der Nachhaltigkeit, Instrumente zu ihrer Durchsetzung.
Opladen, 2002
Leske-Budrich,
345 Seiten, kartoniert, 19,90€ |
| Buchinformation |
Buchinformation |
Ökologische Ökonomie - Eine Einführung |
|
2. Überarbeitet und erweiterte Auflage
Wiesbaden, 2008;
VS Verlag für Sozialwissenschaften
kartoniert, 24,90€
Flyer
Buchpräsentation
Buchinformation
VS-Verlag
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Nachhaltige Ökonomie - Eine Zusammenfassung
Die Nachhaltige Ökonomie befindet
sich in der Entstehung. Sie entwickelt sich aus der
Volkswirtschaftslehre und der Sustainable Science (insbes. der
Ökologischen Ökonomie). Sie wird von uns als
„ökonomische Theorie der Nachhaltigen Entwicklung unter
Berücksichtigung der transdisziplinären Grundlagen“
definiert. Auf der Grundlage der folgenden Kernaussagen wollen wir die
traditionelle Ökonomie reformieren:
1. Starke Nachhaltigkeit: Die
derzeitige Entwicklung der Menschheit wird als nicht zukunftsfähig
betrachtet, die Nachhaltige Ökonomie sieht daher die Notwendigkeit
eines neuen Leitbilds und bekennt sich zu einer Position der starken
Nachhaltigkeit. Damit wird die Wirtschaft als ein Subsystem der Natur
und die natürlichen Ressourcen größtenteils als nicht
substituierbar angesehen. Absolute Grenzen der Natur werden anerkannt.
Im Mittelpunkt steht die dauerhafte Erhaltung und nicht der
optimale Verbrauch der natürlichen Ressourcen.
2. Pluralistischer Ansatz, Abgrenzung bei Aufnahme einzelner Aspekte der neoklassischen Umweltökonomie:
Die Nachhaltige Ökonomie fühlt sich einem Methodenpluralismus
verpflichtet. So erkennt sie bestimmte Erkenntnisse der traditionellen
Ökonomie und Umweltökonomie an (z.B. die
sozial-ökonomischen Erklärungsansätze der
Übernutzung der natürlichen Ressourcen und die daraus
abgeleitete Diskussion um die Notwendigkeit politisch-rechtlicher
Instrumente).
3. Weiterentwicklung der traditionellen Ökonomie und
Ökologischen Ökonomie zur Nachhaltigen Ökonomie,
Kernaussagen: Die Nachhaltige Ökonomie grenzt sich von
einer Reihe Aussagen der neoklassischen Ökonomie ab und fordert
eine grundlegende Reform ihrer Lehrinhalte: Das beginnt bei ihren
Grundlagen und setzt sich bei ihren Aussagen zur nationalen
Wirtschaftspolitik bis zu den globalen Bedingungen für eine global
gerechte Weltgesellschaft fort. Im Bereich der Umweltökonomie und
Umweltpolitik sollen vor allem die absolut gesetzte
Konsumentensouveränität, die Diskontierung künftiger
Kosten und Erträge von Umweltschutzmaßnahmen, die beliebige
Substituierung aller, auch sämtlicher natürlichen Ressourcen,
die Position der schwachen Nachhaltigkeit u.v.a.m. hinterfragt werden.
Dagegen soll der Aspekt der Gerechtigkeit eine stärkere
Berücksichtigung erfahren. Die Kernaussagen der Nachhaltigen
Ökonomie beruhen auf den Erkenntnissen der
Nachhaltigkeits¬wissen¬schaft (Sustainable Science). Im Zentrum
steht hierbei die Frage, wie sich ausreichend hohe ökonomische,
sozial-kulturelle und ökologische Standards in den Grenzen der
natürlichen Tragfähigkeit erreichen lassen, um so das intra-
und intergenerative Gerechtigkeitsprinzip durchzusetzen.
4. Kontroversen einer Nachhaltigen Ökonomie:
Die Nach-haltige Ökonomie ist keine statische Theorie, sondern
sieht die Notwendigkeit weiterer Diskussionsprozesse. Hierbei existiert
eine Reihe von Kontroversen, die noch geklärt werden müssen.
Eine zentrale Kontroverse behandelt die Frage, wie das traditionelle
Wachstumsparadigma durch ein Nachhaltigkeitsparadigma ersetzt werden
kann: Da ein exponentielles Wachstum mit einer zunehmenden
Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen über Jahrtausende
nicht möglich ist, wird die Ersetzung des heutigen
Wachstumsparadigmas durch ein Nachhaltigkeitsparadigma zur notwendigen
Voraussetzung einer dauerhaften Entwicklung. Über die
mittelfristige Ausgestaltung existieren allerdings unterschiedliche
Meinungen (Steady-State Ansatz mit konstantem BIP versus selektives
Wachstum, das den absoluten Ressourcenverbrauch trotz wirtschaftlicher
Entwicklung senkt).
5. Eine Nachhaltige Ökonomie
beruht auf ethischen Prinzipien und damit auch auf der Forderung
nach persönlicher Verantwortung und Handlung: Im
Mittelpunkt stehen die Grundwerte der intra- und intergenerativen
Gerechtigkeit und Verantwortung. Hinzu kommt die Anerkennung weiterer
wichtiger Prinzipien: u.a. des Vorsorgeprinzips, der Prinzipien der
Dauerhaftigkeit und Angemessenheit sowie einer partizipativen und
solidarischen Demokratie und Rechts¬staatlichkeit, aus der die
Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Diskurs- und
Partizipationsprozesses sowie die Aufnahme genderspezifischer Aspekte
abgeleitet wird. Damit einher geht die Forderung auf das in der
traditionellen Ökonomie verwendete, aber durch zahlreiche
Untersuchungen der Spieltheorie und der Gehirnforschung als
unrealistisch erkannte Menschenbild, des homo oeconomicus, kritisch zu
hinterfragen und zu einem differenzierteren und
realitätsnäheren Menschenbild zu gelangen, das dem
kooperativen Potenzial des menschlichen Handelns (homo cooperativus)
stärker Rechnung trägt.
6. Transdisziplinärer Ansatz: Die
Nachhaltige Ökonomie will über die rein ökonomische
Betrachtungsweise hinausgehen und die ökonomischen Prozesse im
Rahmen eines sozial-ökologischen Zusammenhanges analysieren.
Hierbei spielen die Nutzung der Erkenntnisse sowie eine enge
Kooperation mit den anderen Sozialwissenschaften (Politische
Wissenschaft, Soziologie, Psychologie), den Rechtswissenschaften sowie
mit den Natur- und Ingenieurwissenschaften eine besonders wichtige
Rolle.
7. Notwendigkeit der Änderung der Rahmenbedingungen: Mit
Hilfe politisch-rechtlicher Instrumente sollen die Rahmenbe-dingungen
so verändert werden, dass ein nachhaltiges Verhalten für
Konsumenten und Produzenten vorteilhafter wird, als sich so zu
verhalten wie bisher. Hierzu werden u.a. der Standard-Preis-Ansatz und
der Ansatz der meritorischen Güter verwendet.
8. Notwendigkeit der Operationalisierung des Nachhaltig-keitsbegriffs und neue Messsysteme: Eine
Sinnentleerung des Nachhaltigkeitsbegriffs soll durch die Formulierung
von Prinzipien, Managementregeln und neuen Messsystemen für den
Nachhaltigkeitsgrad und die Lebensqualität verhindert werden.
Anders als die traditionelle Ökonomie, die Lebensqualität und
Wohlstand (gemessen am BIP pro Kopf) gleichsetzt, benötigt eine
Nachhaltige Ökonomie Ziel- und Indikatorensysteme.
9. Globale Verantwortung: Als zentrale Bedingungen für eine
Nachhaltige Entwicklung werden u.a. anerkannt: Einführung eines
Ordnungsrahmens (Regulierung der Finanzmärkte mit
Kapital-transfer-/ Tobinsteuer, Abgaben auf die globalen
Umweltgüter, sozial-ökologische Mindeststandards u.v.a.m.),
Senkung des Ressourcenverbrauchs der Industrieländer um 80-95% bis
2050 und Verminderung der Bevölkerungszunahme der
Entwicklungsländer. Hierbei wird akzeptiert, dass die
Industrieländer aufgrund der historischen Entwicklung und der
größeren Leistungsfähigkeit eine besondere
Verantwortung für die Verwirklichung der intragenerativen
Gerechtigkeit, globalen Nachhaltigkeit und fairen Handelsbeziehungen
tragen.
10. Nachhaltige (sozial-ökologische) Markt- oder Gemischtwirtschaft:
Vertreter der Nachhaltige Ökonomie lehnen eine kapitalistische
Marktwirtschaft ebenso ab wie zentrale Verwaltungswirtschaften. Sie
sind davon überzeugt, dass nur markt-wirtschaftliche Systeme mit
einem nachhaltigen Ordnungsrahmen zukunftsfähig sind. Danach muss
die Politik aktiv eingreifen, um eine Nachhaltige Entwicklung
sicherzustellen und die Folgen von Marktversagen zu vermindern. Hierzu
wird ein nachhaltiges Ziel-system und ein zukunftsfähiger Umbau
der globalen Volks-wirtschaften gefordert. Darüber hinaus werden
institutionelle und eigentumsrechtliche Änderungen angemahnt und
diskutiert. Eine Reihe von Vertretern der Nachhaltigen Ökonomie
fordert die Stärkung von genossenschaftlichen und kommunalen
Unternehmen und spricht sich für eine grundlegende Reform des
Aktienrechts aus, um so den Wachstumszwang und das
Gewinnmaximierungsprinzip zu mindern. Langfristig wird von Einigen die
(Wieder-) Aufteilung der Aktien in Namensaktien und Inhaberaktien oder
die Umwandlung von Aktiengesellschaften in Stiftungen gefordert. Sie
sprechen sich auch für die Rekommunalisierung der Unternehmen der
Daseinsvorsorge aus (z. B. dem Rückkauf der Stromnetze).
Handlungsfelder:
Um die Transformation der Industriegesellschaft in eine nachhaltige
Wirtschaft zu beschleunigen, werden zentrale Handlungsfelder
ausgewählt, in denen dieser Transformationsprozess mit Hilfe der
Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienzstrategie exemplarisch
voran-getrieben wird (nachhaltige Wirtschafts-, Energie-,
Mobilitäts-, Land-wirtschafts-, Ressourcenschonungs-,
Produktgestaltungs- und Verbraucherpolitik sowie
Nachhaltigkeitsmanagement). Über die notwendige Reform des Geld-
und Währungssystems wird
diskutiert.
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